Geschichte von Spanien

800.000 v. Chr. kommen die ersten Siedler auf die iberische Halbinsel
Um etwa 1100 v. Chr. erreichten nach und nach weitere Volksstämme das Gebiet des heutigen Spanien und vermischten sich zu einer neuen Volksgruppe.

264 v. Chr. bis 201 v. Chr. hielten die Karthager während der punischen Kriege große Teile der iberischen Halbinsel besetzt. Nach der schrittweisen Rückeroberung durch die Römer im zweiten punischen Krieg erzielte Scipio Africanus in der Schlacht von Zama den entscheidenden Sieg gegen Hannibal von Karthago und brach damit endgültig die Vorherrschaft des „ewigen Rivalen“ im Mittelmeerraum. Hispanien wurde darauf eine der größten römischen Kolonien, und behielt diesen Status für hunderte von Jahren

Nach der Teilung in oströmisches und weströmisches Reich suchten die Römer in den Goten neue Verbündete, die jedoch selbst auf die Eroberung römischer Gebiete aus waren.
Etwa 460 wurde die Situation für das seit 395 geteilte römische Reich zunehmend beunruhigend: Große Völkerwanderungen, speziell die der Goten, machten die Verteidigung der iberischen Provinzen zu einer unmöglichen Aufgabe. Bis 470 fiel der allergrößte Teil Spaniens an die neue Macht aus dem Norden, da das römische Reich außer Stande war der Überzahl an Gegnern Paroli zu bieten. Als im Folgenden das weströmische Reich 476 vollständig zusammenbrach, war somit auch die Zeit der Römer in Spanien beendet.

Vor 711 n. Chr. gehörte die iberische Halbinsel fest zum westgotischen Reich, bis die Heere der Mauren aus Afrika kommend die Meerenge von Gibraltar überquerten und weite Teile Portugals und Spaniens unterwarfen. Ihr Vormarsch kam erst in Asturien, an Spaniens Atlantikküste, zum Erliegen.
Etwa 1000 n. Chr. erklärte das maurische Spanien seine Unabhängigkeit vom arabischen Reich, doch über die Jahre zerfiel das Gebiet in viele kleine Kalifate. Im Folgenden, militärisch geschwächt und politisch uneins, unterlagen die maurischen Kräfte schnell den christlichen Armeen aus dem Norden, sodass 1492 das Ende der „Reconquista“, der Rückeroberung Spaniens durch die Christen, gekommen war. Nun beherrschte die spanische Krone wieder ganz Spanien. Durch den Anspruch, nicht nur das europäische Festland zurück zu gewinnen, sondern auch den christlichen Glauben wieder zu verbreiten, begründete dieses Ereignis die Entstehung der spanischen Inquisition. Vermeintlich Nicht-Gläubige wurden zu Tausenden gefoltert, gefangen gehalten und durch die Tribunale der Inquisitoren zum Tode verurteilt. Dieses dunkle Kapitel der spanischen Geschichte dauerte in seinen Auswüchsen bis Ende des 18. Jahrhunderts.

1492 war auch das Jahr der Wiederentdeckung Amerikas durch den unter spanischer Flagge segelnden Christoph Columbus. Seine Entdeckung führte zu einem Strom aus Glücksrittern und Abenteurern, die in Übersee nach einer neuen Lebensgrundlage suchten. Einer der bekanntesten Eroberer der neuen Welt war Hernán Cortés, der im Jahre 1519 aus Havanna zur neuen Küste aufbrach, und in den Folgejahren weite Teile des heutigen Mexikos eroberte. Auf dem ehemaligen Gebiet des Inkareiches, dessen König Moctezuma II. die Spanier zunächst willkommen geheißen hatte, gründete er das spanische Vizekönigreich Neuspanien.
Durch den immensen Reichtum den die spanische Krone in den neuen Kolonien erbeuten konnte, stieg die ehemalige Regionalmacht in nur wenigen Jahrzehnten zu einer Großmacht auf, deren militärische Stärke keinen Feind zu scheuen brauchte.

1517 vereinte Carlos I. von Spanien sein Reich mit dem heiligen römischen Reich deutscher Nation, dessen Kaiser er fortan war. Als neue Großmacht sah sich das Reich der Missgunst der anderen Vormächte Europas ausgesetzt. Verlustreiche Kriege gegen die Engländer und Franzosen setzten dem spanischen Königreich stark zu, das sich Dank des Reichtums aus seinen Kolonien lange gegen seine Feinde zur Wehr setzen konnte. Als die spanische Krone jedoch gegen Ende des 16. Jahrhundert darauf drängte den vor allem ideologisch geführten Krieg - Spanien war immer noch feudal und absolutistisch organisiert, während England und Frankreich durch ein aufstrebendes Bürgertum bestimmt wurden - offen zu führen sah es sich mit gleich zwei starken Feinden konfrontiert. Durch die Eingliederung Portugals in das spanische Königreich im Jahre 1580 war Europa faktisch zum Spielball dreier Mächte geworden. Im darauf folgenden Seekrieg Spaniens und Englands mussten die Spanier aufgrund technischer Unterlegenheit und einer schlecht ausgerüsteten Flotte eine Reihe von Niederlagen hinnehmen, die die Eroberung des englischen Festlands auf Dauer unmöglich machten. Als 1607 der Großteil der Armada vernichtend geschlagen wurde, endete die spanische Vormachtstellung in Europa endgültig.
Nach dem goldenen Zeitalter Spaniens konnte sich das Land oft nur mit Mühe gegen die Angriffe von außen wehren, bis Napoleon das spanische Reich schließlich eroberte und 1808 seinen Bruder Joseph als König einsetzte. Im Folgenden kämpften spanische Partisanen gegen die französischen Besatzer, und der sechs Jahre zuvor abgesetzte Ferdinand VII. wurde wiederum König der Spanier. Doch seine absolutistische Politik führte im 19. Jahrhundert zum Verlust beinahe aller spanischer Kolonien und zu einer schweren Rezession. Nachdem 1873 die erste spanische Republik nur für ein Jahr bestand hatte, setzte sich mit dem Spanisch-Amerikanischen Krieg der Niedergang fort und so verlor das alsbald destabilisierte Reich auch den Rest seiner Kolonien in Übersee. Die Bevölkerung wurde der Monarchie und Diktatur bald überdrüssig, woraufhin 1931 die zweite spanische Republik ausgerufen wurde. Gebeutelt durch die wirtschaftlichen Krisen des frühen 20. Jahrhunderts und die sich verstärkenden Spannungen zwischen Nationalisten und der republikanischen Regierung fiel Spanien 1936 in den Bürgerkrieg. Dieser endete mit dem Sieg Francisco Francos und der Putschisten, der im Jahr 1939 den Niedergang der zweiten Republik und den Beginn der franquistischen Diktatur kennzeichnete.

In den Folgejahren führte Francos Politik der Vereinigung aller Regionen Spaniens zum nationalistischen Einheitsstaat zu politischer und wirtschaftlicher Isolation. Allerdings schaffte er es das Land im zweiten Weltkrieg größtenteils aus den Kampfhandlungen zu halten. Franco, der seine Macht auf die Unterstützung des Militärs aufbaute, strebte danach Spanien als ein Land mit einer Kultur zu formen, indem er die in Spanien traditionell starken kulturellen Unterschiede negierte und Regionalsprachen wie Katalanisch oder Baskisch sogar verbieten ließ. Aus dieser Zeit stammen noch heute viele Ressentiments gegenüber der Regierung in Madrid.


Ende 1947 stimmte Franco zu die Monarchie nach seinem Ableben wieder an die Spitze des Landes zu setzen. Er selbst wählte dazu den Enkel des letzten spanischen Königs Alfons XIII., der 1931 durch die Ausrufung der zweiten Republik abgesetzt wurde.
So wurde Juan Carlos I. nach dem Tod des Diktators 1975 zum König von Spanien. Umgehend stellte er sich auf die Seite der Demokratie und machte klar, dass „eine freie und moderne Gesellschaft die Beteiligung aller […].“ erfordere. Nach massiven Protesten der Bevölkerung und auf Drängen des Königs reichte der Premierminister Carlos Arias Navarro schließlich seinen Rücktritt ein, woraufhin sein Nachfolger Adolfo Suárez erklärte: „Die Krone hat ihrem Wunsch Ausdruck verliehen, aus Spanien eine moderne Demokratie zu formen. Es ist mein fester Entschluss, dem zu dienen.“
Als Spanien 1978 die neue Verfassung mit 88%iger Mehrheit annahm und Adolfo Suárez zum ersten demokratisch gewählten Premierminister des neuen spanischen Staates wurde, endete die letzte Diktatur auf spanischem Boden. Heute ist das Königreich Spanien eine Parlamentarische Erbmonarchie, in der der Monarch nur noch repräsentative Funktionen hat. 

 
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