Küsten, Strände und Badeorte

File 1168Die Strände Spaniens genießen zu Recht den Ruf, erstklassig zu sein. Doch neben dem Klischee von feinen, weiten Sandstränden und warmem Wasser am plätschernden Ufer des Mittelmeers offenbart sich bei genauerer Betrachtung eine beachtliche Vielfalt, die nicht selten sogar Gegensätze miteinander vereint.

Die spanische Küste gliedert sich in ein gutes Dutzend verschiedene Abschnitte, die oft einer der jeweiligen Provinzen zugeordnet sind, und je nach Lage im Norden, Süden oder Osten des Landes völlig unterschiedliche Merkmale aufweisen.

Beginnt man die Rundreise an der nördlichen Mittelmeerküste Spaniens nahe Barcelona, stößt man zunächst auf die Costa Brava. Die Buchten sind hier eher klein und felsig, während die Strände kurz und schmal ins Meer abfallen - eine gute Gegend um sich abseits beliebter Orte etwas Ruhe beim Wandern und Sonnenbaden zu gönnen - sofern es nicht nach Lloret de Mar geht, einer der Party-Hochburgen des Landes.

 

File 1093Weiter südlich folgt mit der Costa Daurada Spaniens erste wirkliche Badeküste im Norden. In diesem Abschnitt sind die Strände länger und das Wasser flacher – ideal um im Sommer hohe Temperaturen beim gemütlichen Planschen zu nutzen. Viele Bewohner der nahe gelegenen Metropole Barcelona nutzen die kleinen Küstenstädtchen wie Sitges, um am Wochenende dem Trubel der Großstadt zu entgehen.

Je weiter man sich dem Süden und der Meerenge von Gibraltar nähert, desto weniger passen die jeweiligen Teile der spanischen Küste in bestimmte Klischees und Kategorien. Die Costa del Azahar besitzt im Vergleich zu anderen Regionen des Mittelmeers, wie der Costa Blanca oder der Costa de Sol, kaum nennenswerten Badetourismus. Die Küsten sind oft naturbelassen und ein wenig einsam, während sich im Hinterland Orangen- und Zitronenhaine kilometerweit erstrecken. Ein Paradies für alle Wanderer und Naturfreunde.
Ähnlich kontrastreich ist die Küste des Golfs von Almería. Obwohl das Mittelmeer hier auf mehr als 200km länge unaufhörlich gegen die Küste brandet, ist der Großteil der Region äußerst trocken und bereits ein Vorläufer zu einer der wenigen europäischen Wüsten. Dieser außergewöhnliche Umstand brachte der Costa de Almería sogar Weltruhm ein: Aufgrund der Ähnlichkeit zum trockenen Südwesten der USA fungierte sie oft als Kulisse für Western und Wüstenfilme.


Während das Mittelmeer aufgrund seiner in Ufernähe geringen Tiefe und des schwachen Wellengangs als ideales Badegebiet gilt, geht es am Atlantik hoch her. Der große Bruder des Mittelmeers lockt vor allem Surfer an die Nordküste Spaniens. So verwundert es nicht, dass Abschnitte wie die Costa Verde oder Rías Altas trotz niedrigerer Temperaturen als beliebte Ziele für Wassersportler bekannt sind. Besonders die Rías Altas halten für ihre Besucher eine interessante Kulisse bereit: Überschwemmte Flusstäler bildeten mit der Zeit weit ins Land zurück reichende Meeresarme, ähnlich den norwegischen Fjorden.

Sollten es Ihnen übrigens die Kombination aus beiden Meeren angetan haben, ist die Costa de la Luz Ihr Ziel der Wahl. Zwischen der portugiesischen Grenze und der Meerenge von Gibraltar bei Tarifa treffen die Wellen des Atlantiks auf die Strände Südspaniens. Ähnlich der Costa Tropical ist die Küste hier durch besondere Topografie gegen kalte Winde geschützt, sodass sich an der Costa de la Luz rund um das Jahr Urlaub machen lässt. Bei Wassersport und Strandwetter lässt sich Andalusien am besten genießen. Und falls es Sie doch einmal vom Wasser wegziehen sollte erwartet Sie schon die „Sierra de Grazalema“ mit über 1600m hohen Bergen, sowie eine ganze Region voller historischer Kulturschätze.
 

 
Folge uns auf Twitter