Land & Leute - Spanien

Geografie 
Lage

Spanien liegt zusammen mit Portugal auf der iberischen Halbinsel, die vom europäischen Festland durch die Bergkette der Pyrenäen getrennt wird. Diese Verbindung zu Frankreich und dem Zwergstaat Andorra stellt neben der inneriberischen Grenze mit Portugal die einzige Landgrenze des spanischen Festlands dar. So verwundert es nicht, dass die Küstenlänge am Nordatlantik (Norden und im Südwesten der Straße von Gibraltar) und am Mittelmeer mit nahezu 5000km die Länge der Landgrenzen deutlich übersteigt, ein Umstand der sich in Spaniens Geschichte als mächtige Seefahrernation widerspiegelt.
Neben dem Festland auf der iberischen Halbinsel gehören ebenfalls die Inselgruppen der Balearen (Mittelmeer) und Kanaren (Nordatlantik) zur sich über 500.000 km² erstreckenden Landmasse Spaniens.

Klima

Spanische Sommer sind vor allem im wüstenartigen Landesinnern heiß und trocken, an der Küste hingegen sorgen kühle Meeresluft und die brandenden Wellen von Mittelmeer und Atlantik für eine willkommene Erfrischung. Der Winter ist hier tendenziell eher mild, mit gelegentlichem Regen – nur sehr selten ist es kühl genug für Schnee. Im Zentrum des Festlands hingegen fallen die Temperaturen zu dieser Jahreszeit bis unter den Gefrierpunkt, sodass regelmäßiger Schneefall zu erwarten ist.
Subtropisches Klima erwartet Sie auf den Kanaren: Aufgrund der Nähe zum subtropischen Gegenstrom sinken selbst im Januar die Temperaturen kaum unter 18 Grad, was Inseln wie Gran Canaria, Fuerteventura und Teneriffa zu einem ganzjährigen Reiseziel macht.

Flora & Fauna

Spanien ist reich an verschiedensten Tierarten, denn durch die vor allem in Küstennähe angesiedelte Bevölkerung von etwa 47 Millionen Einwohnern ermöglicht das spärlich bewohnte Landesinnere Tierarten ein Überleben, die im restlichen Teil Westeuropas längst ausgestorben sind. Zusammen mit einigen Arten die nur auf der iberischen Halbinsel vorkommen, wie dem iberischen Wolf oder dem kantabrischen Bär, besteht so eine beeindruckende Artenvielfalt.
Zusammen mit der abwechslungsreichen Vegetation – Palmen und Pinien dominieren das trockene Landesinnere, während sich in den feuchteren Küstenregionen an der nördlichen Atlantikküste Wälder zu beiden Seiten des Horizonts ausbreiten – lädt Sie Spanien nicht nur zu einem entspannten Badeurlaub, sondern auch zu einem Naturerlebnis der besonderen Art ein.

Gebirge

Dominiert wird die iberische Gebirgswelt von den Gipfeln der Pyrenäen, die selbst im Hochsommer von meterhohen Schneemassen bedeckt sind. Ein Anblick, der sich bereits bei der Anreise per Flugzeug genießen lässt. Am weitesten ragt hier der Pico de Aneto (3400m) in den Himmel. Den höchsten Gipfel Iberiens finden Sie jedoch im kleinen Gebirgszug der Sierra Nevada: Unweit der Stadt Granada thront hier der Gipfel des Mulhacén mit fast 3500m über dem Meeresspiegel.

Menschen 
Bevölkerung

47.190.000 Menschen leben auf ca. 500.000 km², damit ist Spanien mit 94 Einwohnern pro km² weniger als halb so stark besiedelt wie Deutschland.

GemeindenSpanien wird in 17 autonome Kommunen unterteilt, die zum Teil beträchtliche Selbstbestimmungsrechte haben. Die Hauptstadt Madrid im Zentrum des Landes liegt mit über 3.200.000 Einwohnern deutlich an der Spitze, gefolgt von Barcelona mit 1.620.000 Einwohnern und Valencia (810.000). Es folgen Sevilla (700.000), Saragossa (670.000) und Málaga (560.000).
Migration

Das Gros der Immigranten stammt aus den Ländern der europäischen Union, Marokko oder Südamerika.

Sprachen

Amtssprachen: Kastilisch (Castellano), regional: Aranesisch, Katalanisch, Baskisch, Galicisch, Asturisch
Alle Spanier sprechen das „Castellano“ genannte Hochspanisch, das man unter der Bevölkerung vor allem im Landesinnern in der Gegend um Madrid spricht. Daneben führt aber jede autonome Kommune, aufgrund der in Spanien starken Identifikation mit der eigenen Heimatregion, ihre eigene Lokalsprache als erste Amtssprache.

Religion

Offiziell gehören beinahe 93% der Spanier der römisch-katholischen Kirche an, und immer noch geben mehr als drei Viertel der Menschen an, aktiv am religiösen Leben teilzunehmen. Darüber hinaus sind Wallfahrtsorte wie die Stadt Santiago de Compostela, die im Nordwesten das Ende des Jakobswegs markiert, beliebte Anlaufstellen.

Regierung 
Offizieller NameKönigreich Spanien
StatusSpanien ist eine parlamentarische Erbmonarchie, das Staatsoberhaupt ist König Juan Carlos I. Von Franco zu seinem Nachfolger bestimmt, war er es der nach seiner Inthronisierung 1975 entscheidend dazu beitrug, aus der Diktatur wieder eine Demokratie zu formen.
Darüber hinaus genießen die autonomen Kommunen Spaniens (wie Katalonien, Andalusien und Galicien) große Selbstbestimmungsrechte, die durch die jeweiligen Regionalparlamente geregelt werden.
Politische Institutionen

Spaniens Legislative funktioniert nach dem Zwei-Kammern-System aus Abgeordnetenhaus und Senat. Zusätzlich zu den 350 Abgeordneten des Kongresses stellt jede Region vier Senatoren. Die Regierungsbildung obliegt dabei allein dem Kongress, der auf Vorschlag des Königs einen Kandidaten mit absoluter Mehrheit wählt, gelingt dies nicht folgt ein zweiter Wahlgang mit einfacher Mehrheit.
Die politische Landschaft Spaniens ist neben der konservativ-rechten Partido Popular (PP) und der sozialdemokratischen PSOE geprägt von vielen kleinen Splitterparteien, die sich im Parlament oft zu großen Parteibündnissen zusammenschließen. Große Bedeutung kommt hier den Vertretungen der Regionalparteien der 17 autonomen Kommunen zu. Durch die Einung verschiedener Nationen zum spanischen Nationalstaat entstehen ob dem Wunsch einzelner Regionen nach mehr Unabhängigkeit oft politische Spannungen. Die Forderungen, oft getragen von großen Teilen der jeweiligen Bevölkerung, gehen bisweilen (z.B. Baskenland und Katalonien) bis zur vollständigen Souveränität als autonomer Staat.

Staatsoberhaupt

Staatsoberhaupt ist König Juan Carlos I (seit 1975).

Regierungschef

Derzeitiger Ministerpräsident ist Mariano Rajoy (seit 2011, Partido Popular).

Hymne

Marcha Real, Wahlspruch: „Plus Ultra“ (lat., „Darüber hinaus“).

Wirtschaft 
 Spaniens Wirtschaft basiert, wie die anderer Industrienationen, zum größten Teil auf dem Dienstleistungssektor, der vor allem dank des florierenden Tourismus einen hohen Anteil am BIP aufweist. Mit über 50 Millionen Touristen jährlich bewältigt Spanien nicht nur ein Touristenaufkommen höher als die eigene Einwohnerzahl, sondern liegt dabei auch auf einem der führenden Plätze in der Welt. Dementsprechend sind die durch den Tourismus direkt oder indirekt erzielten Einnahmen die größte Einnahmequelle der spanischen Volkswirtschaft. Als Hochtechnologieland spielen darüber hinaus die Wirtschaftszweige Metallverarbeitung und Kommunikationstechnologie eine wichtige Rolle.
  
Medien 
Wichtigstes Informationsmedium sind die Tageszeitungen, von denen viele mehrere regionale Ableger haben. Auflagenstärkste sind „El País“ (>500.000), „El Mundo“ (380.000) und „ABC“ (350.000). Beinahe ebenso wichtig sind für die sportbegeisterten Spanier die Neuigkeiten aus der Welt des Fußballs, Tennis oder Motorsports: Die beiden größten Sportzeitungen „Marca“ und „AS“ erreichen zusammen beinahe eine Million Leser täglich. Darüber hinaus gibt es ein umfassendes Rundfunkangebot von staatlichen sowie privaten Sendern. Die wichtigsten Sender des staatlichen Netzwerks TVE sind die Kanäle La1 und La2, die mit den deutschen ARD und ZDF vergleichbar sind. Bei den privaten Sendern gibt es neben landesweiten Programmen auch Kanäle die speziell über die jeweilige Region berichten und daher auch auf Galicisch, Andalusisch, Baskisch oder Katalanisch ausgestrahlt werden.
 
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